Cernunnos - faun

Cernunnos - faun

  • Erscheinungsjahr: 2010
  • Sprache: Deutsch
  • Dauer: 5:01

Nachfolgend der Liedtext Cernunnos Interpret: faun mit Übersetzung

Liedtext " Cernunnos "

Originaltext mit Übersetzung

Cernunnos

faun

Zaghaft reckt am Rand der Welt

Die Sonne sich nach den Sternen

Und friedlich lag im ersten Licht unser Dorf

Und da leis' uns der Morgen

Eine Ahnung des kommenden Tages flüstert

Fand eine Spur sich unweit der Hütten

Die eines prächtigen Hirschen war

Und lohend Richtung Wald sich wand

In ihrem Angesichte ahnten wir

Prachtvoller war dieses Tier

Als jedes das bis zu diesem Tag wir erjagt

Nach Jagdruhm, Sieg und Trophäen trachteten wir

Waren, bevor noch am Himmel die Sonne stand, in Waffen

Und auf den frühen Nebeln des Tages reitend

Verließen wir Jäger das Dorf

Zu jener Stunde noch waren wir viel

Ausgezogen den Wald zu erobern

Unser Jagdglück zu suchen im Zwielicht des Morgens

Und zwischen wispernden Blättern

Von Baum zu Baum eilten wir

Schweigend, die Blicke auf des Hirschen Spur geheftet

Seltsame Schrift in Blatt und Sand, fremdart’ge Worte

Denen wir folgten ohne sie zu versteh’n

Der Wald war ein einziger Schatten

In dem Fragen und Antwort gleichsam sich bargen

Wir aber sahen einzig die Spur

An deren Ende die mächt'ge Trophäe wir wähnten

Kraftvoll blieb der Beute Schritt

Und weit, weit maß ihr Huf

Dies war die Zeit, zu sein und zu werden

Und diese Jagd sollt keiner gleichen

Die bis zu diesem Tag wir gewagt

Und keinem and’ren Tiere dies

Welches den Wald durchzog, als wollte es ihn zeichnen

Leis' flüstert vom Waldesgrund uns seine kraftvolle Spur

Dass im Gefolge dieses Hirsches ein Rätsel sich befand

Das prachtvoller noch war als er selbst

Einige von uns flohen dies Geheimnis

Erschöpft gaben andere auf

Und kleiner ward mit jeder Stunde

Der Jagdgefährten Zahl

Das Laub aber flüsterte heller

Mit jedem der den Wald verließ

Beinah, als verlacht uns das Dickicht

Bald, da der Tag dem Abend sich nahte

Der Schatten des Hungers längst die Mienen verdunkelt

Waren einzig zwei noch geblieben

Und einer der beiden war ich

Auf einer Lichtung

An deren Grund der Abendsonne Schatten

In die fremden Spuren sich mischte

Standen schließlich wir ihm gegenüber

Jenem prachtvollen Hirschen

Mit seinem Huf voll Geheimnis

Sein Blick kreuzte den unseren

Hehr fiel durch sein prächtiges Geweih

Das letzte Licht des Tages

Und in stummer Ehrfurcht erstarrten wir

Die wir gekommen waren ihn zu besiegen

Wie noch hätten wir’s vermocht?

Wir standen Aug in Aug mit Gott

Die Luft erfüllt von flirrendem Wunder

Und vergessen Jagd und Ruhm

Da fiel der Bogen des letzten Gefährten

Und er floh Hirsch und Wald, heim ins Dorf

Bloß ich war noch geblieben

Der ich im silbernen Auge des Hirschen

Mich selber gewahrte

Wie seltsam war, was ich schaute

Wie seltsam, was ich erkannte

Jäger war ich gewesen

Und nunmehr Beute geworden

Am Ende der Jagd stand ich selbst

War meiner eig’nen Spur gefolgt

Vom Morgen bis zum Abend

Hatte sie rätselhaft geheißen

Und nicht von ihr lassen können

Wie hätt' ein andrer an meiner statt hier stehen können!

Ich stand mir selbst gegenüber

Der Speer in der Hand blanker Hohn

Verschwunden der Hirsch

Geblieben bloß ich

Aus meinen Schläfen spross sein Geweih

Und im letzten Licht der Sonne stand ich

Nicht Jäger noch Beute

Bloß ich

Und meine eigene Trophäe mir

Ein Schmuck, den niemand sehen

Und den niemand wissen würde

Ins Dorf würde ich heimkehren als einer von vielen

Dem die Götter vermeintlich nicht hold gewesen

Ich aber war auf einer höheren Jagd

Und habe, ohne einen Speer zu schleudern

Die höchste Huld der Götter mir erstritten

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